XviD in VirtualDub

Starte VirtualDub und drücke STRG-O, um die avs Datei zu laden, die GKnot für dich erstellt hat.

Setze den Video Modus auf "Fast recompress" in dem du im Video Menü auf "Fast Recompress" klickst.

Nun gehe wieder ins selbe Menü und wähle "Compression" aus, oder drücke einfach Strg-C.

Wähle den XVID MPEG-4 CODEC aus der CODEC-Liste aus. Dann drücke den "configure" Knopf um den CODEC einzustellen.
Als erstes bekommst du ein eher spartanisch anmutendes Fenster:

Hier kann man aus den zahlreichen Codier-Modi wählen. In diesem Guide werden wir eine Codierung mit 2 Durchläufen machen, also setze den Modus auf "2 pass - 1st pass" (Was 2 Durchläufe - Erster Durchlauf bedeutet).

Hier eine kurze Beschreibung der Modi: 1 Pass - CBR codiert den Film mit einer konstanten gegebenen Bitrate welche man selber angeben kann.

1 Pass - quality ist ein "immer gleiche Qualität"-Modus. Man kann als Qualität eine Nummer von 0 bis 100 auswählen, wobei 100 die höchstmögliche Qualität ist.

1 Pass - quantizer ist fast das selbe wie der quality-Modus, aber hier bekommt jedes Bild die exakt selbe Komprimierung, im Gegensatz zum "1 Pass - quality" Modus, wo die Komprimierung immer noch etwas schwanken kann (grob gesagt schwankt im 1 Pass - quality Modus die Komprimierung zwischen zwei gegebenen quantizers).

2 Pass - 1st pass: Analyse-Durchgang für Codierung in 2 Durchläufen. Der CODEC wird eine Text-Datei schreiben, in der eine vorgeschlagene Bitrate für jedes einzelne Bild steht, diese Datei nennen wir Bitrate Kurve (engl: bitrate curve).

2 Pass - 2nd pass Int ist der interne 2ter Durchgangs Codier Mechanismus. Der CODEC wird die Bitrate Kurve in Übereinstimmung mit ein paar Einstellungen, welche ich später erklären werde, anpassen.

2 Pass - 2nd pass Ext wird nichts anpassen, sondern die Anpassungen aus einer schon angepassten Bitrate Kurve nehmen (nur GKnot kann erledigen).

Wenn du nun den CODEC eingestellt hast, um den ersten Durchgang zu machen, klick auf den "Advanced options" Knopf.

Wenn du maximale Qualität oder den Film auf einer einzigen CD haben willst, dann stelle "Motion search precision" auf 6, anderenfalls auf 5. Für 1 CD stelle den "quantization type" auf H.263 und falls du den Film auf 2 CDs haben willst auf MPEG. H.263 tendiert dazu das Bild etwas verschwommener zu machen während MPEG mehr Schärfe bietet. "MPEG Custom" ist nur für Experten (wenn du weißt, was eine quantizer matrix macht, dann benutz es, aber wenn du nicht 110% sicher bist, dann lass die Finger davon!). "Modulated" schaltet zwischen H.263 und MPEG quantizers hin und her um ein schärferes Bild zu bekommen, ohne die Datei so stark zu vergrößern wie wenn man nur MPEG quantizers benutzen würde. Wenn du "modulated quantizers" verwenden willst, musst du den ersten Durchlauf trotzdem mit der Einstellung "H.263 quantizers" codieren.

Lass "FourCC used" auf XVID. Wenn man es ändert, werden zur Wiedergabe des Films später der DivX4 oder DivX5 Abspielfilter benutzt, aber es gibt immer noch einige Inkompatibilitäten, also lasst es besser auf XVID; etwas anderes ist nicht zu empfehlen.

Verwende eine 'Maximum I-Frame Interval' von 250 für PAL, 240 für forced FILM bzw. 300 für NTSC/FILM. Das garantiert, dass mindestens alle 250 (bzw. 240 oder 300) Frames ein I-frame (auch Keyframe genannt) eingefügt wird. Wenn ein I-frame vor Erreichen dieses Werts durch die Szenen-Wechsel-Erkennung (z.B. bei Kamerawechseln) eingesetzt wird, wird der Zähler zurückgesetzt. "Enable interlacing" zu aktivieren würde die Unterstützung für interlacten Inhalt aktivieren. Das ist nur sinnvoll für wirklich interlacten Inhalt (kaum eine DVD ist das), Fernseh-Aufnahmen Inhalt und Video Kamera Zeug.

Nun geh auf den "Two Pass" Reiter (das Ding ganz oben wo "Two Pass" steht).

"Min keyframe interval" bestimmt, in welchen Abständen Keyframes (bzw. I-frames, Ist dir aufgefallen daß das GUI diese zwei Wörter austauschbar benutzt? Keyframe bedeutet wörtlich "Schlüsselbild") minimal hintereinander gesetzt werden (der kleinste erlaubte Abstand). Hier scheint 6 ein vernünftiger Wert zu sein. Sinnvoll ist auch die Option "Discard first pass", welche sicherstellt, dass während dem Analyse-Durchgang keine (große) Video-Datei auf Platte geschrieben wird. Das wäre in jedem Fall sinnlos. (Standardmäßig ist es auch aktiviert.)

Etwas weiter unten kann man die Lage der .stats Datei einstellen (stats steht für "statistics"):

Hier wählt man den Pfad aus, wo die Statistik Datei hin soll. Als Standard wird diese Datei dort auf die Platte (in das Root-Verzeichnis) geschrieben, wo sich eure Video-Quelle befindet (z.B. direkt auf d:\).

Wenn man "Hinted ME" aktiviert, werden die Bewegungs-Vektoren, welche während des ersten Durchgangs (= Analyse Durchgang) berechnet werden, in einer Datei gespeichert, welche man in der Hinted ME Zeile auswählen kann. Diese Option beschleunigt den zweiten Durchgang. Die Qualität des Videos wird sich leicht verschlechtern (kaum merklich).

Als nächstes gehen wir zum "Credits" Reiter über.

Einfach den Start- und den Endpunkt des Abspanns eingeben und bei "Credits at end of the movie" ein Häkchen setzen. Normalerweise entspricht der zweite Wert der Anzahl der Bilder im kompletten Film, aber manchmal gibt es noch ein paar zusätzliche Szenen nach dem Abspann. In diesem Fall kann man den zweiten Wert benutzen um den CODEC wieder auf den normalen Codierungsmodus umstellen zu lassen, damit diese Szenen im guter Qualität codiert werden. Wenn man die Logos/Danksagungen am Anfang der Filme nicht in hoher Qualität braucht und Platz für Wichtigeres sparen will, kann man dasselbe nochmal bei der "Credits at start of movie"-Option machen, nur diesmal für den Anfang des Films.

Nun den Abspann-Codiermodus einstellen:

Der "Quantizer Modus" ist dafür da, dass jedes Bild die exakt selbe Komprimierung bekommt. Wenn man diesen Modus für den Abspann haben will, muss man ihn hier (beim ersten Durchgang) aktivieren. Wenn man es vorzieht, stattdessen eine Größe anzugeben, die der Abspann einnehmen soll oder einen Prozentsatz der Film-Bitrate, muss man jetzt noch nichts aktivieren.

Nun muss man nur noch 3 mal OK klicken, um wieder zum Virtualdub-Hauptfenster zu kommen, dann drückt man F7 um den Analyse Durchgang ("1. pass") zu beginnen und die Statistik-Datei zu erstellen. Wenn man nicht Gknot benutzt um die Bitrate Kurve anzupassen (nicht empfohlen), kann man auch "Add operation to job list and defer processing" aktivieren. Wenn man Gknot benutzen will, darf man diese Option nicht aktivieren; man muss dann den ersten Durchgang starten, die .stats Datei selber in Gknot anpassen und dann erst den zweiten Durchgang einleiten.

Nun geht man zurück zur "Codec configuration".

Dieses mal "2 Pass - 2nd pass Int." aus der Liste auswählen. Wenn man Gknot benutzt hat, um die Bitrate-Kurve anzupassen, muss man "2 Pass - 2nd pass Ext" auswählen. Mehr Infos über die Bitrate-Kurven-Anpassung gibts im GKnot scaling guide.

Aber da XviD selbst viele erweiterte Bitrate-Kurven-Anpassungs-Features hat, ist es sicherer, die interne Einstellung zu nutzen. Nun geh zurück zu GKnot, in den Bitrate Reiter. Auf der rechten Seite wirst du ein Videogröße-Feld sehen, welches anzeigt, wie groß deine avi-Datei (ohne Sound) werden sollte (einmal in MB und einmal KB). Gib den KB-Wert in das "Desired size (Kbytes)" Feld ein.

Klick nun nochmal auf den "Advanced options" Knopf.

Wenn du einen 1 CD Rip machen willst, dann kannst du "lumi masking" aktivieren. Das ist ein psychovisuelles Feature, das weniger Bits für sehr helle und sehr dunkle Flächen verwendet, da das menschliche Auge Details in diesen Gegenden sowieso nicht wirklich gut erkennen kann. Eigentlich sollte dieses Feature den Film besser aussehen lassen, doch bei manchen Leuten bewirkt es exakt das Gegenteil. Man sollte es also mit Vorsicht genießen. Auf jeden Fall sollte man es für 1 CD rips verwenden.

Wenn du beim ersten Durchgang H.263 quantizers benutzt hast, kannst du nun "Modulated quantizers" benutzen um die Schärfe zu steigern. Leider kann man nun keine Bewegungs-Vektor-Datei ("motion vector file", die beim ersten Durchgang erstellt wird) benutzen, wenn man "Modulated quantizers" verwendet, denn diese zwei Features funktionieren nicht zusammen.

Den Rest der Optionen kann man unverändert lassen.

Nun geh zum Quantization Reiter.

Ändere den "Min I-frame quantizer" und den "Min P-frame quantizer" auf 2. Einen quantizer-Wert von 1 zu benutzen ist sowieso keine gute Idee, deswegen stellen wir sicher, dass er nie benutzt wird. Du kannst auch den "max quantizer"-Wert ändern, um eine bessere Qualität zu erzielen, aber das könnte die genaue Vorhersage der Bitrate erschweren und ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Normalerweise ist es sicher, den "Max quantizers"-Wert auf 31 zu lassen.

Wenn du schlecht aussehende Keyframes bekommst (Ich hab mit einigen der Entwicklern geredet, sie denken eher, dass das Treffen einer guten Wahl die Aufgabe des Codecs ist; also diese Optionen vorsichtig einsetzen), kannst du versuchen den "Max I-frame quantizer"-Wert niedriger einzustellen (auf ungefähr 4 bis 7). Bisher musste ich das jedoch nicht, ich kann mich nicht an miese Keyframes in meinen fertigen Xvid-Filmen erinnern.

Wie du sehen kannst gibt es 2 noch nicht benutzte Felder, aber B frames sind definitiv auf dem Weg, genauso wie andere MPEG-4 features, welche du von DivX5 kennen wirst ;)

Nun gehen wir zum Reiter "Two Pass":

Der Keyframe Boost kann benutzt werden um einem Keyframe (oder I-frame, ich wünschte sie benützten überall nur einen Begriff) mehr Bits als in der Bitrate Kurve vorgesehen zu geben. Ein Wert von 20% ist hier gut.

Das "Min keyframe interval" sollte auf denselben Wert wie im ersten Durchgang gesetzt werden. "Discard first pass" hat im zweiten Durchlauf keinen Effekt und du darfst auf keinen Fall "Dummy 2nd pass" aktivieren - oder es gibt keine Video-Ausgabe!

"Curve compression" regelt wie die Bitrate Kurve angeordnet wird. "High bitrate scenes %" zeigt an, wie viele Bits bei Szenen mit viel Bewegung "abrasiert" werden. "Low bitrate scenes %" ist dasselbe, nur für Szenen mit wenig Bewegung. "Bitrate payback delay" steht für die Anzahl der Bilder (frames), die der CODEC hat, um auf übermäßige/zu geringe Verwendung von Bits zu reagieren. Belasse diese Optionen auf den Standardwerten (siehe links), außer du verstehst ganz genau was sie machen und bist experimentierwillig.

Die "payback" Option am besten auch auf Standart lassen ("with bias").

Wenn du die alternative Kurven Kompression benutzt (wird später im Guide noch beschrieben), kannst du bessere Resultate erzielen und die Werte links werden dabei nicht benutzt.

Nun musst du die Analyse-Durchlauf-Datei ("1st pass stats") auswählen, die auch beim ersten Durchlauf angegeben wurde. Wenn du Gknot benutzt, um die Kurve anzupassen, wird die "2nd pass stats"-Option aktiviert und du kannst die Datei auswählen, die GKnot für dich erstellt hat. Wenn du "Modulated quantizers" benutzen willst, musst du "Hinted ME" deaktivieren oder die Resultate werden echt schrecklich.

Nun ab zum "Al Curve" Reiter.

Der "Curve aggression"-Wert zeigt an wie schnell der CODEC die Bitrate den Bildern anpasst. Eine hohe Aggression (high aggression) hilft dem CODEC bei Bildern mit niedriger Bitrate, wobei Bilder mit hoher Bitrate etwas Schaden nehmen, also ist es besser für sehr dynamische Szenen (z.B. wenn eine Szene mit wenig Bewegung sehr schnell zu einer mit viel Bewegung wechselt). Mit der "Low aggression" Einstellung passt sich der CODEC langsamer an und wird Bilder mit geringer Bitrate nicht so stark verbessern, aber Bildern mit hoher Bitrate auch nicht so starken Schaden zufügen. Medium aggression ist ein Kompromiss zwischen den beiden.

Den "low distance"-Wert zu verkleinern wird die Priorität in Richtung der Bilder mit geringer Bitrate verschieben. Den "high distance" Wert zu vergrößern wird die Priorität in Richtung der Bilder mit hoher Bitrate verschieben. (Nach bisherigen Tests wird ein "low distance"-Wert unter 100 und ein "high distance"-Wert zwischen 150 und 250 als gut empfohlen)

"Strength" gibt an wie groß eine berechnete Abweichung sein darf. Strength hat einen großen Einfluss auf die Qualität, der Standart von 50 hat bisher immer sehr gute Ergebnisse über den kompletten Film hinweg geliefert.

"Bonus bias" ist der Prozentsatz der Zusatzbitrate, der tendenziell verteilt wird; der Rest wird proportional verteilt. Grundsätzlich gilt: Je höher der "bonus bias", desto mehr werden Szenen mit niedriger Bitrate bevorzugt.

Last but not least, geht's zum "Credits" Reiter.

Wenn du dich entschieden hast den quantizer Modus nicht zu benutzen, kannst du entweder einen Prozentsatz der endgültigen Bitrate (über den gesamten Film) angeben oder eine bestimmte Größe, indem du entweder bei "Desired % rate" einen Wert eingibst (benutz 10-20%), oder bei "Starting size" eine Größe (in KBytes) für den Start (z.B. die Logos der Filmstudios am Anfang) und den Abspann eingibst. Wenn du keine Logos oder Ähnliches am Anfang hast, gib einfach 0 ein.

Wenn du im ersten Durchgang den quantizer Modus benutzt hast, musst du hier nichts ändern.

Nun klick wieder 3 Mal OK, dann drück F7 um die AVI-Datei zu speichern, gib der Datei einen anderen Namen als den vom ersten Durchlauf und aktiviere auch "Add operation to job list and defer processing". Dann drück F4 um zur Jobliste zu gelangen.

Nun musst du nur noch Start drücken und beide Durchgänge werden nacheinander ausgeführt, ohne dass du noch was tun musst. Sobald die Codierung fertig ist, kannst du Gknot und VirtualDub schließen.

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Last edited on: 06/22/2002 | German translation by: Razorblade | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource