Auf dem Weg zur XCD - oder wie man 800MB CDs aus 700MB CDs macht

Die Idee ist sicherlich faszinierend. Obwohl die DVD-R immer günstiger wird, sind normale CD-Rs immer noch das Speichermedium der Wahl für die meisten von uns. Wie du vielleicht weißt können sowohl VCD als auch SVCD tatsächlich 800MB an Filmdaten auf einer normalen 700MB Daten-CD enthalten. Wieso? Fehlerkorrektur ist das Schlüsselwort. Normale Daten-CDs für den Computer enthalten viel Fehlerkorrektur-Mechanismen, so dass ein paar Kratzer auf einer CD die Daten nicht zerstören. Aber die Daten auf der CD selbst haben keine Fehlerkorrektur. Wenn man Bits in einer ausführbaren Datei auf einer CD austauscht, wird die Datei nicht mehr funktionieren. Auf der anderen Seite haben VCD und SVCD Streams einen eingebauten Schutz. Dadurch wird ein zusätzlicher Schutz auf dem Datenträger nicht länger benötigt, was Speicherplatz freigibt, der ansonsten für Fehlerkorrektur verwendet würde. Wer sich sein Brennprogramm genauer angesehen hat, hat vielleicht bemerkt, dass (S)VCDs im Mode2 gebrannt werden, wohingegen normale Daten CDs im Mode1 gebrannt werden.

Viele Leute sind beim Versuch, AVIs im Mode2 zu brennen, gescheitert. Die Brennprogramme sind schlau genug um zu erkennen, dass dies keine gute Idee ist. AVI, WAV und die meisten Dateiformate haben im Allgemeinen weder eine Fehlerkorrektur noch Fehlererkennungsmechanismen. Wenn also das Trägermedium diesen Schutz nicht anbietet, sind deine Daten für immer verloren, sobald ein Fehler auftritt. Das ist nicht zu unterschätzen, besonders, da Fehler mit der Zeit häufiger auftreten. Während deine Dateien in den ersten Monaten ganz normal gelesen werden können, kann es passieren, dass an dem Tag, an dem du ein sehr wichtiges Dokument wieder ausdrucken willst, das du auf einer Mode2 CD abgespeichert hast, diese Datei nicht mehr gelesen werden kann.

Neue Multimedia Containerformate wie ogm oder mcf bieten (oder werden es im Fall von MCF, welches sich noch in der Entwicklung befindet) Fehlerkorrektur, so dass eine zusätzliche Schutzebene nicht länger benötigt wird. Also lasst uns unsere ogms als Mode2 brennen...

WARTE! Es gibt einen Haken und man sollte nichts, was hier geschrieben steht, später einsetzen, ohne diese Passage gelesen zu haben: Die hier gezeigten Tools dienen nur zu Testzwecken. Während Formate wie ogm ein gewisses Maß an Fehlertoleranz bieten, wird immer noch eine zusätzliche Schutzebene benötigt. Ein Player muss wissen, mit welchen Dateien er es zu tun hat. Diese Information ist normalerweise am Anfang oder Ende einer Datei gespeichert. Wenn man einen unkorrigierbaren Fehler in der Mitte des Films hat, sieht man vielleicht ein blockiges Bild, was zwar ein wenig stört, aber man kann die CD immer noch benutzen. Wenn der gleiche Fehler jedoch in dem Teil der Datei auftritt, in dem die vom Player benötigte Information gespeichert ist, wird die Datei unbrauchbar. Also müsste diese Information in einem Mode1 Teil der CD gespeichert werden und das ist im Moment nicht möglich. Mode2 unterstützt auch keine genauen Dateigrößen, so dass Dateien aneinandergereiht werden, um eine bekannte Zahl an Sektoren zu belegen, aber die wirkliche Größe müsste irgendwo gespeichert werden und das ist im Moment nicht implementiert. Nicht zuletzt müssen die Mode2 Dateien aus Kompatibilitätsgründen der 8.3 Namensrichtlinie folgen. Wenn ein Dateiname länger ist, muss der volle Name irgendwo gespeichert werden. Offensichtlich werden all diese Probleme schließlich gelöst werden, aber im Augenblick muss man sie im Hinterkopf behalten. Benutze Mode2 CDs nicht zum Speichern irgendwelcher Daten, deren Verlust du dir nicht leisten kannst.

Alles begann mit einem Thread über das Brennen von 800MB AVIs auf eine 700MB CD in meinem Forum und mit der Zeit bekamen wir von DeXT das, was nun als Mode2 CD Maker bekannt ist. Wie man sehen kann, war das Tool ursprünglich dazu entwickelt worden, um MCF CDs zu erstellen, aber es hat sich seitdem weiterentwickelt. Der Name MCF-CD schien zu eng mit dem MCF Format verbunden zu sein; daher gab es eine Umfrage in meinem Forum und der Name XCD wurde schließlich gewählt. Mode 2 CD Maker kann eine Mode2 Imagedatei erstellen, die du mit jedem .cue/.bin - fähigen Brennprogramm brennen kannst. Ursprünglich war das Brennen dieser Images nicht sehr nützlich, da man ein anderes Programm benutzen musste, um die Dateien wieder zu extrahieren. Avih entwickelte einen Filter, der es erlaubt, diese Daten direkt von der CD zu lesen. Vielleicht erinnerst du dich an die News über diesen Filter; anfangs las er die ganze Datei in den Speicher und man musste für jeden Medientyp einen Filter benutzen, aber all diese Probleme sind seitdem gelöst worden. Es gibt nur ein verbleibendes Problem... nicht alle Laufwerke scheinen zu dem Filter kompatibel zu sein. Es kann sein, dass einige DVD-ROMs die Wiedergabe solcher Dateien verweigern, aber normalerweise kann ein Update der Firmware dieses Problem beheben. Ich testete es auf einem Pioneer 16x DVD-ROM und hatte keinerlei Probleme.

Im Moment befindet sich XCD noch immer tief in der Entwicklung; die Tools, die ich vorstelle, sind nur ein Startpunkt und ich erwarte, in Zukunft viel mehr zu sehen. Übrigens: XCD ist ein Open Source Projekt, das von Sourceforge gehosted wird. Wenn du ein Entwickler und am Einstieg interessiert bist, zögere nicht mitzumachen. Die aktuellen Spezifikationen können auch auf der XCD Homepage abgerufen werden.

Nach dieser langen Einführung beginnen wir mit dem Vergnügen...

Folgende Software wird benötigt

Riff CD/XA Filter für die Wiedergabe
Mode2 CD Maker GUI

Schritt 0: Installation

Entpacke die Mode2 CD Maker GUI. Danach entpacke den Wiedergabefilter und installiere ihn per Doppelklick auf register.bat.

Schritt 1: Erstellung eines Mode2 Images

Starte die GUI.

Beginne mit dem Hinzufügen von Dateien ("Add Folder/File").

Der Teil der GUI, den ich mit einem grünen Rechteck markiert habe, kann benutzt werden, um normale Dateien hinzuzufügen, die keine eigene Fehlerkorrektur haben. Zum Beispiel VobSub Untertitel, externe srt Untertitel etc. Es ist auch möglich ganze Ordner mit Dateien im Mode1 Teil zu haben.

In dem mit einem roten Rechteck markierten Teil fügt man die OGM (oder in Zukunft auch die MCF) Dateien hinzu. Sie werden im Mode2 Teil der CD abgelegt, der keine zusätzliche Fehlerkorrektur bietet. Bitte füge hier KEINE Dateien hinzu, die keinen eingebauten Schutz gegen Fehler haben.

Nun wähle ein Verzeichnis, in dem das Image gespeichert werden soll (Mode2 CD Maker wird .cue/.bin Dateien erstellen, die so viel Platz benötigen wie alle Dateien, die du auf deiner CD abgelegt hast). Wenn du willst, kannst du eine Dateiendung ("Movie Extension") für deine Filme wählen. Standardmäßig würde die Filmdatei, die ich hinzugefügt habe, als matrix-divx5.dat auf der CD auftauchen. Man kann die Dateiendung alles einstellen was man will, außer .ogg oder .ogm. Es gibt ein Filterproblem und wenn man diese Dateiendungen auswählt, kann man die Dateien im Endeffekt nicht abspielen. Daher schlage ich vor, diese Box leer zu lassen und einfach nur die .dat Datei nachher mit dem Lieblings-Mediaplayer zu verknüpfen.

Zuletzt klick auf "Write ISO" und warte, bis der Fortschrittsbalken die rechte Seite erreicht.

Schritt 2: Brennen des Images

Jedes .cue/.bin - fähige Brennprogramm kann benutzt werden. Nero, Fireburner, CDRWin und cdrdao sind nur ein paar Möglichkeiten.
(In Nero: Datei/CD-Image brennen, CUE-Datei auswählen, brennen - Anm. d. Übersetzers)

Nach dem Brennen solltest du in der Lage sein, deinen Lieblings-Player zum Öffnen und Abspielen der Dateien auf der CD zu verwenden.

Zur Erinnerung: Der Riff CD/XA Filter wird benötigt oder die Dateien können nicht abgespielt werden.

Der Inhalt dieser Seite wurde zum letzten Mal am 12.6.2002 aktualisiert.


Last edited on: 06/24/2002 | German translation by: Scipio | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource