VCD und SVCD auf DVD-Rs brennen

DVD-Rs bieten 4,7 Millionen Bytes an Speicherkapazität, genug Platz um einige Filme im (S)VCD-Format darauf unterzubringen. Leider lassen sich die billigen DVD-Rohlinge - welche die ganze Vorgehensweise erst sinnvoll machen würden - oft nicht auf allen "Wohnzimmer"-DVD-Playern abspielen. Daher ist die Vorgehensweise vom ökonomischen Standpunkt her fraglich (Es ist momentan billiger 3 Filme auf ca. 6-9 CDs zu brennen, also auf einen guten DVD+/-R-Rohling)

DVDs untersützen eine VCD-Auflösung und MPEG-1-Videokomprimierung. Ebenso mpeg1-layer2 (mp2) audio und PCM oder AC3 audio. Die DVCD-Auflösung wird grundsätzlich nicht unterstützt, aber es gibt einen Trick, der es möglich macht SVCD-Videos ohne erneutes Kodieren zu nutzen. Solltest Du aber einen DVD-Rip machen, dann wäre es wohl sinnvoller das Original-DVD-Format zu nutzen (DVD2DVD+/R), da dies ähnliche Ergebnisse liefert wie SVCD-Format aber keine Kompatibilitätsprobleme bietet - es kann eben nicht jeder DVD-Player SVCD-Format auf einer DVD+/-R richtig abspielen und außerdem ermöglicht die höhere Bitrate auch schwierige Szenen besser auszusehen.

Du brauchst folgende Software für die diese Anleitung:

TMPG
VCDGear
DVDPatcher
BeSweet and GUI

Schritt 1: Quelle vorbereiten

Im Falle einer bereits vorliegenden VCD findet man auf jeder CD ein Datei namens "AVSEQ01.DAT" - kopiere diese bitte alle auf die Festplatte und starte VCDGear. Wenn Du eine VCD im Format ".mpg" oder eine SVCD als Quelle verwenden willst, dann kopiere auch einfach diese Dateien auf deine Festplatte und überspringe den VCDGear-Schritt.

Mit dem LOAD-Knopf können Sie die ".dat"-Dateien auswählen und dann im Dropdown namens "Extraction / Conversion" den Eintrag "dat -> mpeg".
Vor dem Anklicken von START noch den "Fix MPEG Errors" anhacken. Dieser Schritt muss für alle DAT-Dateien gemacht werden.

Wiederhole diesen Schritt für alle .dat Dateien, die du hast.

Nun hast Du eine Serie von "AVSEQ01.MPG"-Dateien. Wenn Dein DVD-Authoring-Programm (also das Programm, mit dem Du die DVD zusammenstellen willst) in der Lage ist aus einzelnen Videodateien einen DVD-Film zu erstellen, dann kannst Du den nächsten Schritt, also das Zusammenfügen von einzelnen Filmdateien zu einer Filmdatei, überspringen.
Aber besonders einfache DVD-Authoring-Programme erlauben meist kein Hinzufügen einzelner Filmteile zu einem (durchgängigen) DVD-Film, so das auf der fertigen DVD die einzeln hinzugefügten Filmteile manuell ausgewählt werden müssen (lästig!).
Anm. des Übersetzers: Idealerweise sollte das DVD-Authoring-Programm so einstellbar sein, dass die einzeln hinzugefügten Filmteile automatisch hintereinander abgespielt werden, aber auch manuell angewählt werden können. Somit hat man eine Art Kapiteleinteilung auf der DVD erzeugt (Film1-Teil1, Film1-Teil2, usw.).

Schritt 2: Zusammenfügen und Auftrennen

TMPG ist das einfachste Tool für diese Aufgabe. Wenn es damit nicht funktioniert, dann helfen ggf. noch kommerzielle Programme wie Myflix, M1-edit, mpegvcr für MPEG-1 oder M2-edit / mpeg2vcr für MPEG-2. (Diese Tools werden hier nicht berücksichtigt!)

Starte also TMPG, wähle "File - MPEG Tools" und klicke auf den "Merge&Cut"-Reiter.

Lade nun alle zusammenzufügende Dateien in der richtigen Reihenfolge (Add-Button), so dass Sie im Dialog angezeigt werden und gib unter "Output:" einen Namen für die neue (große/zusammengefügte) Filmdatei an. Nach dem Anklicken von "Run" legt TMPEG Zeit los (kann 1/2 Std. dauern; solange die Fortschrittsanzeige läuft ist alles ok, nicht abbrechen!).
Danach auf den "Simple De-multiplex"-Reiter klicken.

Nun einfach die gerade angelegte (große/zusammengefügte) Filmdatei als "Input" auswählen und wieder "RUN" drücken - nun dauerts wieder einige Zeit...

Schritt 3: Umbennen und MPEG2-Trickserei

Nun hast Du eine ".mp2 audio"-Datei und eine ".m1v (VCD)" oder ".m2v (SVCD)"-Datei.
Die ".mp2" muss nun in ".mpa" umbenannt werden (wenn also z.b. Deine große/zusammengefügte Filmdatei "test.mpg" heißt, solltest Du eine "test.mp2" und "test.m2v"-Datei haben. Die "test.mp2" muss also zu "test.mpa" umbenannt werden). Es ist sehr empfehlenswert, dass alle Dateien vor dem Punkt den gleichen Namen haben, da günstigere DVD-Authoring-Programme (so wie sie später verwendet werden) dies so erwarten.

Bei einer SVCD gibt es noch etwas, auf das geachtet werden mus: Die Standard-SVCD-Auflösung ist nämlich nicht mit einer DVD kompatibel. Eigentlich sollte ein SVCD-fähiger DVD-Player auch DVDs mit SVCD-Inhalt abspielen können, aber die DVD-Authoring-Software wird entweder den SVCD-Film nicht "fressen" oder neu kodieren wollen. Deswegen müssen wir das DVD-Authoring-Programm so überlisten, dass es annimmt, der SVCD-Film hätte eine gültige Auflösung. Dazu muss nun der DVDPatcher gestartet und die MPEG2-Datei dort reingeladen werden.

Alles was Du einstellen bzw. ändern must steht links. Die vertikale Auflösung kann so bleiben, aber Du musst die horizontale Auflösung von 480 auf 352 ändern.

Es muss auch unbedingt "Entire file" ausgewählt sein, dann kann "Patch now!" und "Start" im dann erscheinenden Fenster gewählt werden. Das war schon der ganze Trick, um die DVD-Programme SVCD-Inhalte "fressen" zu lassen :-)

Eins ist noch wichtig: Nach dem Erstellen Deines DVD-Projects - also VOR dem Brennen - muss unbedingt wieder mit dem DVDPatcher alle VOB-Datei des DVD-Projekts geladen werden und die horizontale Auflösung auf 480 zurückgestellt werden. Das darf man auf keinen Fall vergessen!

Schritt 4: Neu-Kodieren des Tons

Ich fürchte es gibt keinen Weg darum herum zu kommen :( VCDs und SVCDs sind normalerweise mit 44.1KHz Ton erstellt und diese Samplingrate ist für DVDs nicht erlaubt! Wenn Du Glück hast und die Tipps im SVCD-Guide zu 48KHz und Dich beim SVCD-Erstellen entschieden hattest keine Umrechnung von 48-KHz-DVD-Ton zu 44-KHz-VCD-Ton durchzuführen, kannst Du Dir den ganzen Schrit sparen! Aber wenn Du echten VCD-Ton hast musst Du den Ton umwandeln, auch wenn die Qualität dadurch leider (wie bei jedem Neukodieren)

Das folgende Beispiel beschreibt, wie man eine 48KHz-mp2 Datei erstellt. Bevorzugst du 2-Kanal-AC3-Ton dann schau hier nach: AC3Machine Guide und springe direkt zu Schritt 5.

Starte dazu "BeSweet GUI":

Stelle den Pfad ein für die BeSweet.exe, Deine Quell-.mp2-Daei und Pfad und Name für die Ausgabedatei.

Stelle sicher, das "Use MPA Decoder" zusammen mit "Downconvert Sample Rate" angewählt ist und wähle abschließend "MP2" im 2Lame-Dropdown.

Zu guter Letzt musst Du die SSRC-Optionen für die richtige Ausgabe-Samplingrate konfigurieren. Klicke dazu auf den "SSRC-Knop" in der linken Fensterhälfte.

Schau nach der Samplingrate... und gebe 48000 ins Feld ein. Zum Schluß klicke auf den 2Lame Knopf stelle die Bitrate für die Ausgabedatei ein. Beachte, dass es sinnlos ist, eine Bitrate einzustellen die größer ist als die der Quelldatei. Dann geh zurück zum BeSweet-Teil des Programms und klicke den "MP2 -> MP2"-Knopf an, um das Umrechnen zu starten.

Sollten Probleme auftreten, kann man auch die MP2-Datei erst in Standard-WAV-Datei umwandeln (z.B. mit Winamp) und dann diese WAV-Datei zu einer "48KHz-MP2-Datei" mit BeSweet.

Wenn Du fertig bist, hast Du eine ideale, DVD-kompatible MPEG-1-layer2-Ton-Datei. Natürlich könnte man die mp2-Datei auch zu AC3 umwandeln, aber es gibt keinen freien AC3-Encoder und die Tatsache, dass die Qualität so schlechter wird spricht auch nicht für AC3 in diesem Fall.

Schritt 5: Authoring (DVD-Erstellung)

Nun können unsere Dateien ins DVD-Authoring-Programm geladen werden und die DVD erstellt werden. Der Einfachheit halber werde ich dies am Beispiel von "SpruceUp" zeigen. natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, aber SpruceUp funktioniert gut und ist einfach zu bedienen. Warum sollte sich ein (S)VCD-Nutzer dann mit den komplexen Highend-DVD-Authoring-Programmen herumschlagen...

This document was last updated on 11/09/02


Last edited on: 03/12/2003 | German translation by: Thomas D. "KryoKhan" Braum | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource