DVD -> DVD-5 Anleitung

Beschreibbare DVDs werden immer erschwinglicher, was es schließlich ermöglicht echte DVD-Backups zu erstellen. Leider gibt es ein kleines Problem: Die meisten DVDs auf dem Markt sind zweischichtig, also dual layered (DVD-9 genannt), und können mehr Daten speichern als die beschreibbaren DVDs. Die einzige Art und Weise, dieses Problem zu lösen, war bis jetzt die DVD zu rippen, ein erneutes Encoden des Videos auf eine niedrigere Bitrate und ein erneutes Authoren der DVD. Das ist eine Menge Arbeit und kann, abhängig von der Komplexität der DVD, sehr schwierig sein.

IfoEdit hat eine vollkommen andere Vorgehensweise: Es ermöglicht Dir nicht benötigte Audio- und Untertitelstreams, sowie überflüssige Menüs und Zusätze zu entfernen, ohne dabei die allgemeine DVD-Struktur zu verändern. So könntest Du zum Beispiel die ärgerliche FBI-Warnung sowie nicht benötigte Tonspuren entfernen und damit die Größe der DVD soweit reduzieren, dass Du sie auf ein beschreibbares DVD-Medium brennen kannst. Sollte das alles nicht reichen, kannst du immer noch den Film mit einer niedrigeren Bitrate neu encoden und das Original dadurch ersetzen. IfoEdit erlaubt auch weitere Änderungen in den .ifo-Dateien (welche die "Logik" zum DVD-Abspielen enthalten) z.B. bezüglich des Region Codes, des RCE-Schutzes und der Menü-Sprungeinträge.

Folgende Programme werden benötigt:

DVD Decrypter
IfoEdit
DVD-R calculator
ReMPEG2 oder TMPG & DVD2AVI
VOBRator
Nero oder eine Brennsoftware, die mit Deinem DVD-Brenner geliefert wurde.

Inhaltsverzeichnis:

1: Rippen der DVD
2: Prüfen der DVD Struktur
3: Entfernen von nicht benötigten Menüs
4: Entfernen von nicht benötigten Audio- und Untertitelstreams
5: Transcoden des Videostreams
6: Einfügen des neuen Videostreams
7: Die DVD region-free machen
8: Beseitigen der Benutzerwarnungen
9: Sektoranpassungen
10: Brennen der DVD

 

Schritt 1: Rippen der DVD

Zuerst musst du den gesamten Inhalt der DVD auf deine Festplatte kopieren. Das beste Tool für diese Aufgabe ist der DVD Decrypter.

Schritt 2: Prüfen der DVD Struktur

Nach dem Rippen hast du eine Anzahl von IFO, BUP und VOB-Dateien auf der Festplatte. In diesem Schritt werden wir die Struktur der DVD analysieren, um herauszufinden, welche Dateien wir benötigen und welche nicht.

Schritt 3: Entfernen von nicht benötigten Menüs

An diesem Punkt solltest Du mit dem integrierten DVD Player von IfoEdit überprüfen, ob Deine bis hierher ausgeführten Schritte Dein Projekt nicht unbrauchbar gemacht haben. Sollte aus irgendeinem Grund der integrierte Player nicht funktionieren, kannst Du statt dessen die HD Playback Anleitung nutzen.

Nachdem die Liste der VOB IDs und Zellen IDs generiert wurde, weißt Du, was alles auf der DVD ist und kannst nun entscheiden, was Du löschen und was Du behalten willst. Ich benötige wirklich nicht die Menüs in 3 Sprachen. Da mein DVD-Player voreingestellt die englische Sprache nutzt, kann ich die deutsche und spanische Version löschen.

Wie wir oben bereits festgestellt haben, sind die Menü-Seiten in der vts_01_0.vob enthalten mit der die vts_01_0.ifo verknüpft ist. Also laden wir diese ifo-Datei in IfoEdit.

Du kannst nun sehen, dass wir 3 Menüs haben und wie sie verlinkt sind, aber das interessiert uns im Moment nicht. Nun drücke den „Menu Extras“ Button.

Überprüfe, ob alle Einstellungen, wie im Screenshot abgebildet, ausgewählt sind.

Da wir nicht nur die Menü Seiten loswerden wollen, sondern auch die VOB IDs benötigen, die diese Seiten enthalten, muss sichergestellt sein, dass beides selektiert ist : Die VOB ID (um sie aus dem VOB File zu entfernen) und die Language Units (um die Menü Einträge aus dem Ifo File zu entfernen).

Die Richtigkeit der Vob-Unit Pointer in den VOB-Dateien müssen ebenfalls überprüft werden, da mit dem Entfernen von Inhalten aus der VOB auch P-UOps entfernen werden müssen. Das heißt, dass einige Offsets in Abhängigkeit der Größenänderung der VOB angepasst werden müssen. Zu guter Letzt muss die Ifo Datei auf korrekte IFO Tables mit den neuen VOB Unit Informationen überprüft bzw. eingestellt werden.

Klick auf den Button mit dem Punkt, rechts vom Datei-Zielverzeichnis, um den Ort zu wählen, wo die veränderten Dateien gespeichert werden sollen. Es ist sehr wichtig, dass du den Überblick behältst, was Du mit den Dateien tust und wo Du sie speicherst. Ich empfehle Dir einen Verzeichnisstrang, für jeden Schritt ein Verzeichnis, zu nutzen um die Dateien separat für jeden Schritt fortlaufend speichern zu können.

Schlussendlich wäre da noch die Option "AutoCopy Menu-files to destination". Diese ist nützlich, damit man immer die Menü-Dateien dort hat, wo man sie braucht (in diesem speziellen Schritt ändert die Option nichts, da wir sowieso neue Menü-Dateien erstellen).

Drücke „OK“ und Du kommst zu einem neuen Screen:

Wähle hier Eintrag 1, um die englischen Menüs zu behalten und den Rest los zu werden. Drücke „Strip“ und Du wirst einen neuen Auswahl Screen bekommen:

Hier kannst Du dieVOB IDs wählen die Du behalten möchtest. Wie bereits festgestellt, werden die IDs 1-4 benötigt um das englische Menü nutzen zu können, der Rest wird nicht mehr benötigt.
Vergewissere dich, dass die richtige IFO Datei ausgewählt ist, dann drücke „Strip it“. Ein Informationsfenster erscheint, das Dich über den Fortschritt der Operation informiert. Sobald die neue Datei geschrieben worden ist, wird IfoEdit die VOB-Datei durchgehen, um die Offsets neu einzustellen. Du wirst mit einer Warnung am unteren Rand informiert, sobald der Prozess beendet ist.

IfoEdit schreibt außerdem eine neue vts_01_0.ifo Datei (und die verbundene bup-Datei) in das Verzeichnis, in dem Deine neue VOB gespeichert wurde.

Da Software-DVD-Player Menüs in unterschiedlichen Sprachen nicht unterstützen und immer die erste Menüsprache abspielen, gibt es keine Möglichkeit zur Überprüfung, sodass wir ohne Check weitermachen. Wenn Du jedoch die neu geschaffene IFO Datei lädst, kannst du sehen, dass die deutschen und spanischen Menüs entfernt worden sind.

Und weil wir gerade dabei sind, entfernen wir noch die ärgerliche Copyright-Ibfo die nach dem Hauptfilm kommt: VOB ID1 in video_ts.vob. Lade die video_ts.vob und drücke  „Menu extras“.

In diesem Fall wollen wir nur einige VOB IDs entfernen, sodass Du keine “Strip Language” Einträge auswählen musst.

Dann im nächsten Screen wähle nur VobId 2, denn VobID 1 wollen wir ja nicht entfernen.

Vergewissere dich, dass die richtige IFO Datei ausgewählt ist, dann drücke „Strip it“.

Wenn du einen "Seamless Branching"-Film hast (das ist ein Film, bei dem du zwischen verschiedenen Versionen des Films wählen kannst, z.B. Director's Cut, Kinoversion etc), wirst du sehen, dass die Seamless Branching Optionen aktiv sind. Falls dem so ist, solltest du die Anmerkungen zum Seamless Branching lesen, bevor du fortfährst.

Schritt 4: Entfernen von nicht benötigten Audio- und Untertitelstreams

Im Schritt 3 haben wir eine neue vts_01_0.vob in Verbindung mit einer neuen vts_01_0.ifo und vts_01_0.bup erzeugt. Kopiere den Rest der gerippten Dateien aus dem Ripverzeichnis in das neue Verzeichnis, damit wieder alle Dateien komplett zusammen sind.

Lade die neue vts_01_0.ifo in IfoEdit und siehe nach den Sprachen und den Untertieteln:

Du siehst, wir haben eine Menge Material, das wir nicht wirklich brauchen. Eine Tonspur in einer Sprache ist genug, also bleibt die deutsche (oder auch die englische) Version sowie die deutschen (oder englischen) Untertitel, der Rest wird entfernt. Drücke “VOB Extras” um den Vorgang zu starten:

Da wir keinen neuen Video Stream hinzufügen, wird „Re-Mux“ nicht aktiviert. „Strip Streams” muss aktiviert sein, denn genau das wöllen wir ja tun. Wenn Du auch das Warner Logo (dies ist im Allgemeinen die VOB ID1 in den VOBs) loswerden willst, aktiviere “Strip VobIDs” und deaktiviere es im VOB ID Auswahl Screen, der später erscheint (wir haben bereits VOB IDs im Schritt zuvor entfernt, also weißt Du was zu tun ist).

Die "Correct..." Eingaben (siehe Screenshot) werden nochmals überprüft (standardmäßig sind sie eigentlich schon aktiviert). Aktiviere "AutoCopy Menu-files to destination".

Stelle auch 1 GB unter "VOB Size" ein, dann drück OK.

Im nächsten Menü kannst du auswählen, welche Audio- und Subtitle-Streams zu behalten willst. Wenn du "Strip VobID's" aktiviert hast, wird der VOB ID Selection Dialgo zuerst kommen.

Wie schon erwähnt, wollen wir den Audio Stream 1 und den Untertitel Stream 1 behalten, also wähle nur diese beiden Streams aus. Vergewissere dich, dass "Correct IFO tables" aktiviert ist und drücke den "Strip it" Button (wenn du VOB IDs entfernen würdest, dann würde der VOB-ID-Auswahl Screen als nächstens erscheinen). Nun erscheint wieder ein Statusfenster, das erheblich größer ist, da mehrere GB geschrieben werden müssen (ein RAID-Festplattensystem wäre hier praktisch ;). IfoEdit geht noch einmal über die VOBs um ein 2. Mal die Offsetpunkte zu korrigieren. Das folgende Hinweisfenster zeigt das Ende des Vorganges an:

Nun hast Du den neuen Satz an VOB Dateien in dem neuen Verzeichnis, inklusive der ifo und bup Datei. Verschiebe die fehlenden Dateien (video_ts.*, vts_01_0.vob)  in das neue Verzeichnis um wieder alle Dateien beisammen zu haben. Wenn Du die neue ifo Datei in IfoEdit lädst, wirst Du sehen, dass die Streams entfernt wurden:

Überprüfe, dass alles so funktioniert wie gewünscht. Natürlich ist das Menü zur Sprachenwahl nicht mehr in der Lage, eine andere Sprache zur Verfügung zu stellen (es wird immer Englisch sein), was auch für die Untertitel gilt.

Sobald du überprüft hast, dass alles korrekt funktioniert, sehen wir mal, was bis jetzt erreicht haben. Nach dem Entfernen hatten wir eine Gesamtgröße von 6'056'374'272 Bytes. Jetzt haben wir 5'158'866'944 Bytes. Fast ein GB weniger, aber wir sind noch nicht wirklich am Ziel, da die Gesamtgröße noch immer die Kapazität einer DVD-5 übersteigt.

Schritt 5: Transcoden des Videostreams

Da der Film noch immer zu groß ist, müssen wir mit dem Transcoding die Größe verringern.

Es gibt zwei Möglichkeiten: ReMPEG2 oder TMPG. Die erste Alternative macht weniger Probleme bei der Wiedergabe, aber verschlechtert auch die Qualität im Gegensatz zur zweiten Alternative. Wenn du statt der zwei Alternativen einen anderen MPEG-2 Stream nutzt, wirst du am Ende Synchronitäts-Probleme haben.

Eine wichtige Anmerkung: Das Transcodieren erfolgt hier nach dem Stripping aus folgendem Grund: Wenn du einige VOB IDs entfernt hast und die Film-VOBs vor dem Stripping transkodieren würdest, würde die alternative .m2v-Datei, die du bekommst, weiterhin die gesamten VOB IDs enthalten und wäre deswegen zu lang. Auch wenn es funktionieren würde, wäre es doch asyncron, da der Audio Stream kürzer wäre als der Video Stream. Während meiner Tests habe ich es probiert: Ich habe nur die VOB IDs 2-3 transcodiert und schon war mein Film asyncron ab dem Zeitpunkt, an dem das Warner Logo erschien.

Schritt 6: Einfügen des neuen Videostreams

ReMPEG2 erzeugt einen Videostream, den wir nun nutzen, um den zu großen ursprünglichen Videostream zu ersetzen.

Öffne die letzte Version der vts_01_0.ifo in IfoEdit und wähle „VOB extras“.

Diesmal aktiviere Re-Mux, aber nicht Rebuild PTS (das funktioniert zur Zeit sowieso nicht richtig). Beachte, dass *.m2v file for Re-Mux (im unteren Teil des Fensters) nun aktiv ist, also wähle dort Deine .m2v aus.

“Strip Streams” und “VobIDs” sind nicht aktiviert. Drücke „OK“ um den Vorgang zu starten. Normalerweise macht IfoEdit zwei Durchläufe. Den ersten zum Schreiben der neuen VOBs und den zweiten zum Korrigieren der Navigationsangaben. Es wird außerdem eine weitere neue Ifo Datei erzeugt.

Wenn das erledigt ist, prüfe mit Deiner „neuen DVD“ vorab im Software-Player, ob alles so funktioniert wie gewünscht.

Die restlichen Schritte folgen auf einer neuen Seite.


This document was last updated on 12/24/02


Last edited on: 12/25/2002 | German translation by: eDealer | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource