DVDMotion Pro Guide

Unglücklicherweise bietet der Hersteller von DVDMotion Pro nicht länger eine Demoversion an.

Ein erneuter Versuch das ultimative Ziel zu erreichen: ein perfektes Duplikat von "Matrix". Ich muß zugeben, daß ich diesmal schon sehr nahe an dieses Ziel herankam: animierte Menüs, Filme zwischen den Menüs, mehrere Audiotracks - aber leider war es nicht völlig perfekt. Das Programm erlaubt auch das Authoring von VCDs und SVCDs, aber man sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß jegliche Frage bzgl. DVDMotion und (S)VCD von mir nicht beantwortet wird. Wenn man es gerne ausprobieren möchte, nur zu, aber man hoffe nicht auf meine Unterstützung. Das Programm schießt für diese Art von Authoring nämlich etwas über das Ziel hinaus.

Man sollte zudem den basic miniDVD Guide gelesen haben, der die wichtigsten Grundlagen der miniDVD behandelt.

Schritt 1: Vorbereiten der Sourcen

Wie sonst auch sollte man viel Zeit mit der Planung der minDVD verbringen, vorweg einige Zeit mit der DVD herumspielen, um vertraut zu werden mit dem, was sie enthält. Danach sollte man die Entscheidung fällen, was man selbst erreichen möchte. Je komplexer eine Disk aufgebaut ist, desto mehr Zeit muß investiert werden. Man konvertiert den Film entsprechend des SVCD Guides, während man Bitratenlimits und Formateinschränkungen außer Acht läßt. Die Standardauflösung der SVCD von 480x480/576 kann für eine miniDVD nicht benutzt werden. Das Streamingformat setzt man auf Standard MPEG2 oder ~DVD in bbMPEG, das Menü konvertiert man in welches Format man möchte, ebenso das Audio. Die Menü Videos zerschneidet man, um es für Übergänge o.ä. zu verwenden. Von nicht animierten Menüs macht man Screenshots, die in der Auflösung dem Videovorbild entsprechen sollten.

Dies ist der entscheidende Punkt. Während meinen Test wußte ich meist nicht, was erreicht werden konnte und kam so sehr langsam voran, da ich jedesmal aufs neue Material kodieren mußte, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Man sollte also sichergehen, daß die eigene Planung steht bevor man fortfährt. Leider kann nicht mal bbMPEG die ac3 Files in Stücke schneiden.. es funktioniert unter PowerDVD, jedoch weigert sich StreamWeaver diese abzuspielen. Der einzige Weg ac3 Sound für kleineÜbergänge zu haben ist demnach, die ac3 Files in wav und dann in Soft Encode zurück zuwandeln.

Um den Hauptfilm zu multiplexen und Kapitel zu definieren sei auf den miniDVD Guide verwiesen. 

Schritt 2: Authoring

Ein anderes Programm, eine andere Arbeitsweise. Obwohl DVDMotion Drag&Drop unterstützt ist dieses Feature in der Praxis sehr eingeschränkt.

DVDMotion besteht aus einem Hauptfenster in dem die Elemente dargestellt werden, einen Media Stock Room, wo man per Drag&Drop die Files vom Explorer hineinziehen kann, eine Slide Palette links vom Hauptfenster und ein Status Window in der unteren rechten Ecke. Ein Slide repräsentiert ein Element der DVD: ein VOB File, ein Menü, ein Bild (BMP File) oder ein Video. Diese können auf jede erdenkliche Art und Weise miteinander verlinkt werden. Das erste Slide ist auch gleichzeitig das, was nach dem Einlegen der Disk bzw. nach Start des Software Players abgespielt wird.

Hier sind die wichtigsten Buttons in DVDMotion. Der oberste ist ziemlich nutzlos.. er startet ein zufälliges Slide der DVD. Der zweite Button kann benutzt werden, um ein VOB File zu laden, der dritte erzeugt ein Menü unterschiedlichen Typs, d.h. animiert oder nicht, mit oder ohne Hintergrundsound, der vierte erzeugt eine Bitmap und der fünfte ein Video. Um einem Slide einen Typ zuzuweisen, selektiert man dieses und klickt auf den entsprechenden Buttton. Möchte man z.B. ein animiertes Intro, klickt man auf das erste Slide, dann auf den DVD oder AV Button. Den DVD Button sollte man nehmen, falls Video und Audio bereits gemultiplext vorliegen, sonst den AV Button.

Danach zieht man ein Videofile (.m2v) vom Media Stock Room auf den Button:

Dies ist ein Slide Element.. wie man sieht trägt es die Nummer 8, besteht aus einem M2V Stream und hat im Augenblick keine zugewiesenen Elemente (deswegen der rote Balken) und keinen Namen. Nachdem man ein Videostream darauf gezogen hat, erscheint ein Thumbnail eines vorderen Frames des Videos anstatt des langweiligen Buttons. Rechtsklick auf Edit Selected Slide Attributes:

Wie man sehen kann ist es auch möglich das Slide zu löschen, eines vor dem selektierten Slide einzufügen (das im Moment angewählt Slide wird im Main Window angezeigt.. es spielt keine Rolle auf welchem Slide man rechtsklickt). Man kann den Namen ändern und auch das Linkage programming, zudem wir aber später kommen.

Hier kann man dem Slide ein anderes Thumbnail zuweisen, wenn man möchte den Videostream ändern, ein oder mehrere Audio Streams hinzufügen, Untertitel bearbeiten, etc. Die Paletten sind abgeschaltet, da es sich hier um ein Video handelt. Man kann hier den Namen direkt eingeben und ein Klick auf den Applet Editor läßt die Link programming Optionen erscheinen.

Hier kann man im oberen Teil Ereignisse für die Tasten der Fernbedienung definieren, im zweiten Teil Post Programming Befehle. Man wählt eine Taste, betätigt den Add Command Button und der Linkage Address Selector erscheint, der es erlaubt zu wählen, zu welchem Slide und welchem Index/Kapitel gesprungen wird.

Wie man nach dem Abspielen des Films sehen kann, springt der Player zum Hauptmenü, da ich einen Go to Link zum Menu1 erstellt habe.

Es ist möglich mehrer als eine Eigenschaft festzulegen, aber für gewöhnlich ist dies nicht erforderlich. Ich erstelle einen Link zum Hauptfilm zur Demonstration. Man kann auch eine Kaiptelnummer auswählen, wenn man zu einem Video mit Kaiptel verlinkt.

Wenn man mit der Definition der Ereignisse abgeschlossen hat schaut das Slide schon ganz anders aus:

Alles ist grün.. folglich in Ordnung. Das Slide hat seine eigene Bezeichnung, man sieht welcher Film damit assoziiert ist und daß es sich dabei um ein m2v Stream handelt.

Nun erstellen wir ein animiertes Menü:

Man klickt erst auf ein leeres Slide, dann auf den Menü Button und zieht eine Film Datei vom Media Stock Room auf den Menü Button Platzhalter im Slide. Dann legt man den Namen und die Audiofiles wie beschrieben fest. Nun wird man gefragt eine Reihe von Hotspots festzulegen.. die Menüschaltern entsprechen. Es werden kleine, rote Quadrate in der oberen linken Ecke des Hauptfilms auftauchen, jeder davon stellt einen Hotspot dar. Aber werfen wir zuerst einen Blick auf die Slide Attribute:

Die Palette ist nun aktiviert und man kann eigene Farben und Kontraste festlegen. Je nach dem welche Art von Schaltfächen man erstellen möchte kann man mit der Einstellung herumspielen. Ich empfehle, man lese das Handbuch für weitere Informationen.. diese Paletten sind sehr mächtig, wenn man sie zu benutzen weiß. Man kann auch eine Anzeigedauer festlegen.. bei einem Film ist das zwar irrelevant, nicht jedoch bei einem nicht animierten Menü. Nachdem die Zeit verstrichen ist springt der Player zu dem Slide, worauf der Go to Link zeigt, deshalb sollte man sicher gehen und im Applet Editor einen solchen definieren. Eine Duration von 255 läßt das Menü dauerhaft stehen. Man muß kein Hotspot File laden, DVDMotion erzeugt eines beim Zeichnen der Hotspots.

Durch einen Rechtsklick vergrößert man die Hotspots und bewegt sie auf die richtige Stelle; ein Linksklick erzeugt einen neuen Hotspot.



Dieses Fenster öffnet sich auch durch Rechtsklick auf einen Hotspot. Man kann festlegen welche Taste der Fernbedienung die Menüeinstellungen auffruft, indem man die Key Number festlegt und angibt, wohin das Menü linkt, indem man den Linkage Address Button betätigt und einen Link, wie oben für den Go to Befehl gezeigt, auswählt.

 

 

Ein erneuter Rechtklick auf den Hotspot, solange dieses Optionsfenster bereits geöffnet ist, bringt noch zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten.

Hier kann man festlegen, welche Art Hotspot man möchte. Ein grafischer Hotspot erlaubt sicherlich die interessantesten Effekte, allerdings muß man hierzu das Handbuch heranziehen und eigene Experimente machen.. Es gibt viele Einstellmöglichkeiten.

Oben sieht man das Fenster für die graphischen Hotspots. Man kann Farben zuweisen, wenn die Schalter selektiert sind etc. Auch kann man eigene Formen kreieren und entscheiden, ob der Hotspot ausgefüllt sein soll. Man schlage dies bitte alles im Handbuch nach. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten und mir sind nur einige bekannt.

Es ist sehr einfach mit VOB Sourcen zu arbeiten. Man wählt ein leeres Slide, klickt dann den DVD Button an und zieht ein VOB File vom Media Stock Room auf das Thumbnail. Danach werden die Slide Optionen und das Applet Programming wie beschrieben eingerichtet.

DVD Stills sind Menüs ohne Auswahlmöglichkeiten. Sie kommen bei Copyright Hinweisen und andere Dingen, die keine Interaktion erfordern, zum Einsatz. Man sollte sicher gehen und einen Go to Link oder einen Button Link einrichten, anderenfalls bleibt man in dem Menü hängen und hat keine Möglichkeit dies wieder zu verlassen.

Man erstellt nun alle Slides, die man benötigt, definiert die Hotspots und verlinkt die Dateien unterinander. Vorsicht vor Sackgassen.. immer darauf achten, daß wenigstens ein Schalter oder ein Exit Link existiert. Nachdem man mit dem Ergebnis zufrieden ist, geht man in eine Slide Einstellung und betätigt den Unresolved Names Button, um alle illegalen Links zu löschen, da das Projekt sonst nicht zu compilieren ist. Hat man Slides gelöscht, sollte man alle Links überprüfen, da es sein kann, daß ein Link noch auf das eben gelöschte Slide zeigt. DVDMotion ist nicht in der Lage dies vor dem Compilieren zu überprüfen und es kann sehr frustrierend sein 10 Minuten zu warten bevor man von dem Fehler erfährt.

Der erste Button compiliert den Titel. Abhängig von der Größe des Projektes kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. Man wird gefragt, wo die Dateien erzeugt werden sollen. Man achte auf genügend freien Speicherplatz. Interessanterweise spielt WinDVD diese minDVDs von der Festplatte ab, PowerDVD hingegen tut dies noch nicht. Man kann aber zum Testen der miniDVD DVD Station hernehmen.

Der zweite Button erlaubt das Erstellen eines Images, welches man später zum Brennen hernehmen kann. ForDVD hat einige Einstellmöglichkeiten, die man über das Options Menü erreichen kann:

In den DVD Format Optionen kann man einstellen, wieviel Seiten und Layer man möchte (sinnlos für miniDVDs) und den Regionalcode. Windows Autorun Option erlaubt das Erstellen einer Autorun Applikation. In den Disc Optionen kann man den Namen und andere Disk bezogene Dinge ändern.

Man versichere sich, daß die richtigen Verzeichnisse ausgewählt sind, dann drückt man Bld.to Disk. Man sollte in der Lage sein das Imagefile mit Nero zu brennen, wie im main miniDVD Guide beschrieben. Alternativ kann man auch die VIDEO_TS und AUDIO_TS Verzeichnisse brennen, die während des Compilierens erzeugt wurden - ist ebenfalls im main miniDVD Guide beschrieben.

 


Last edited on: 07/04/2002 (no correction) | German translation by: mne | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource