DivX 5 Enkodierung mit VirtualDub

Starte VirtualDub und drücke STRG-O um die AVS-Datei zu laden, die von GordianKnot erstellt wurde.

Setze nun den Video-Modus auf Fast recompress (im Video-Menü).

Öffne erneut dieses Menü und wähle dieses Mal Compression, oder drück' einfach STRG-C.

Wähle den DivX Pro 5.0 Codec oder DivX 5.0 Codec, je nach dem, welchen du installiert hast. Weiter geht's mit einem Klick auf den Configure-Knopf.


Wie DivX4 hat auch DivX5 drei Enkodierungs-Modi:

1-pass: In diesem Modus versucht der Codec, die angegebene Bitrate möglichst gut einzuhalten und dabei aufwändigen Szenen mehr Bits zuzuweisen als weniger aufwändigen.

1-pass quality-based: In diesem Modus wird jedes Bild (Frame) gleich behandelt. Beim Verschieben des Reglers wird angezeigt mit welchem Quantizer-Wert die Frames enkodiert werden werden. Dieser Modus ist am Besten geeignet, wenn es um späteres Nachbearbeiten geht, da eine konstante Qualität über den ganzen Film eingehalten wird.

2-pass: Der Zwei-Durchgänge-Modus (2-pass) analysiert im ersten Durchgang (first pass) die Video-Daten. In einem zweiten Durchgang (second pass) werden die gewonnenen Daten dazu verwendet, den Film möglichst effektiv unter Beachtung der angegebenen Bitrate zu enkodieren (genauer als im o.g. 1-pass-Modus). Wenn es darum geht einen Film mit einer vorbestimmten Größe zu enkodieren sollte immer dieser Modus gewählt werden. Er wird im Folgenden hier behandelt.

Setze den Modus auf 2-pass, first pass und gib die gewünschte Bitrate (die du vorher mit GordianKnot berechnet hast) ein.

Wähle nun ein Verzeichnis und einen Namen für die Log-Datei (die Datei, in der die Informationen über die Video-Daten im ersten Durchgang gespeichert werden, und die im zweiten Durchgang als Grundlage für die Enkodierung dient) und für die MV-Datei.

Die MV-Datei enthält Informationen über Bewegung im Film (z.B. Kameraschwenks, Zooms, Schnitte, etc.). Diese Datei trägt dazu bei, den zweiten Durchgang erheblich zu beschleunigen, da die Ausgleichsberechnungen für Bewegung im Film (motion compensation) nicht noch einmal durchgeführt werden müssen.

Lass uns nun einen Blick auf die MPEG-4 tools werfen: Diese Features sind nur in der Pro-Version des Codecs verfügbar.

Use Quarter Pixel: Die Nutzung dieses Features führt dazu, dass die Genauigkeit der Bewegungserkennung auf ein Viertelpixel erhöht wird. Mir wurde von den Entwicklern mitgeteilt dass dieses Feature nur richtig funktioniert, wenn man ein Viertel der Originalgröße des Videos ausgewählt hat. Ich habe es mit der Standardauflösung von 640 x ... getestet und dabei sind seltsame Effekte aufgetreten, also empfehle ich diese Funktion zu deaktivieren.

Use GMC: GMC steht für Global Motion Compensation. Angenommen man hat eine Kameraeinstellung, in der viele Details zu sehen sind. Wird dort nun gezoomt oder geschwenkt, bleiben eigentlich noch viele Teile des Originalbildes erhalten. Solche Situationen erkennt GMC und veranlasst die entsprechende Verarbeitung.

Use Bi-directional Encoding: Diese Funktion ermöglicht B-Frames im enkodierten Film. Bisher haben alle MPEG-4 Codecs nur I-Frames (komplett gespeicherte Bilder) und P-Frames (vorhergesagte Teilbilder) verwendet. B-Frames werden in beide Richtungen vorhergesagt, was bedeutet, dass das Bild vorhergesagt und dann noch "rückwärts vorhergesagt" (rückhergesagt sozusagen ;) wird. Dadurch wird eine bessere Qualität als bei der einfachen Vorhersage erzielt.
Die Vorhersage mehrerer Frames auf einmal erzeugt mehr unnütze Daten, die Qualität der vorhergesagten Frames verschlechtert sich. Die bi-direktional (in beide Richtungen) vorhergesagten Frames sind von der Qualität her jedoch besser, woraus eine Gesamtverbesserung der Qualität entsteht.

Zusammenfassung: GMC und Bidirectional Encoding sollten aktiviert werden, Quarter Pixel nicht.

Write DivX MP4 file ist ein weiteres Feature von DivX Pro und ermöglicht, richtige MPEG-4-Streams nach den MPEG-4-Spezifikationen zu schreiben. Aber solange es keine Möglichkeit gibt diesen Streams Ton hinzuzufügen, ist das Feature ziemlich nutzlos. (Allerdings wird es wahrscheinlich bald ein Programm auf dieser Seite geben, das das Hinzufügen von Ton ermöglicht).

Weiter geht's zu den allgemeinen Einstellungen (Registerkarte general parameters).

Cropping (Zuschneiden) und Resizing (Auflösung anpassen) sind Features der Pro-Version und werden in diesem Zusammenhang beide nicht benötigt, da Avisynth diese Aufgabe übernimmt.

Psychovisual Enhancements. Dieses Feature versucht das Wissen über die visuelle menschliche Wahrnehmung anzuwenden und Details im Film zu verstecken (Bits einzusparen), die wir sowieso nicht sehen würden, sowie Details, die uns besonders auffallen, mehr Bits zuzuweisen. Eigentlich sollte dieses Feature die Qualität des laufenden Films verbessern (dabei können aber negative Effekte bei einzelnen Frames auftreten). Aber im Moment ist da etwas defekt und das Feature sollte deshalb nicht aktiviert werden.

Pre Processing Source (Vorbearbeitung der Quelle) ermöglicht räumliche (spatial) und im Zeitverlauf angewendete (temporal) Bildrauschunterdrückung. Es gibt hier vier Einstellungen; je verrauschter deine Quelle ist, desto mehr Preprocessing wird benötigt (links: wenig, rechts: viel). Da ich grundsätzlich gegen jeglichen Einsatz von Filtern (ausgenommen dem Anpassen der Größe) bin, werde ich solche Funktionen nicht einsetzen, und du solltest das ebenfalls nicht tun, sofern deine Quelle nicht wirklich sehr verrauscht ist. Die meisten DVDs aktueller Filme sind sehr rauscharm und es wird kein Preprocessing benötigt. Falls es doch angewendet wird, wird das Bild "ausgewaschen" werden (gewollte Details werden auch verschwinden).
Diese Funktion kann auch über die CLI-Parameter konfiguriert werden.

Diese Einstellung sollte bekannt sein. Max Keyframe interval gibt die Dauer (in Frames) zwischen den I-Frames (Keyframes) an. Normalerweise werden Keyframes bei einem Schnitt automatisch eingefügt. Diese Einstellung ist lediglich dazu da extreme Fälle zu vermeiden und die Suchfunktion sicher zu stellen, da das Suchen im Film ("spulen") nur Keyframes ansteuern kann (und wenn keine da sind, ist auch kein Spulen möglich).

Verwende die Standardeinstellung von 300 frames und 50%.

Normalerweise wirst du alles daran setzen eine progressive (nicht interlaced) Quelle zu haben - setze also diese Funktion auf All frames are progressive.

So, weiter geht's mit der Registerkarte Advanced parameters. Diese fünf Parameter müssen nicht geändert werden, da die Standardeinstellungen sehr gut gewählt sind. Also falls dich die Details nicht interessieren, kannst du die Erklärungen überspringen.

Quantizers: Die Quantizers (sie legen die Stärke der Kompression pro Frame fest) haben den größten Einfluss auf die Dateigröße, vor allem bei Verwendung des 1-pass-Modus'. Falls du dich mit Nandub auskennst: dort werden sie DRFs genannt, haben aber im Grunde genommen dieselbe Wirkung. Du solltest diese Einstellungen nur verändern, wenn du dich richtig gut mit der Arbeitsweise des Codecs auskennst.

Minimum quantizer: Die minimale Komprimierung, die für ein Frame angewendet wird. Niedrigere Werte bewirken eine bessere Gesamtqualität, jedoch auch weniger gut vorhersagbare und größere Dateien. Für einen 1-CD-Rip mit dem 1-pass-Modus könntest du z.B. bis 4 gehen. Falls Blöcke im Vorschau-Fenster zu sehen sind, solltest du den Wert evtl. verringern.

Maximum quantizer: Die obere Grenze der Kompressionsstärke. Je höher diese Zahl ist, desto stärker werden die Frames komprimiert, was kleinere Dateien jedoch auch schlechtere Qualität bewirkt. Im 1-pass-Modus solltest du versuchen unter die Standardeinstellung von 12 zu gehen, aber je niedriger du gehst, desto höher ist das Risiko eine größere Datei als erwartet zu erhalten.

Wenn du Minimum quantizer = Maximum quantizer setzt werden alle anderen Parameter die die Bitrate beeinflussen außer Kraft gesetzt. Es hat die selbe Wirkung wie wenn du den Variable bitrate-Modus auf 1-pass quality based setzt. Wenn du Minimum quantizer > Maximum quantizer setzt wird jedes Frame mit dem maximalen Quantizer enkodiert.

Rate control averaging period: So viele Frames wird der Codec bei der Wahl der Bitrate berücksichtigen, wenn er ein Frame enkodiert. Wenn die vorhergehenden Frames viel Bitrate verbraucht haben muss der Codec das wieder ausmitteln, indem er den folgenden Frames weniger Bits zur Verfügung stellt. Die Standardeinstellung von 2000 scheint ein sehr sinnvoller Wert zu sein, aber du kannst damit herumexperimentieren und vielleicht wirst du feststellen, dass höhere Einstellungen ein besseres Ergebnis liefern. Höhere Einstellungen bewirken allerdings, dass der Codec die Kompression nicht mehr so gut an die Bewegung im Film (Szenen mit viel Bewegung, bzw. sehr ruhige Szenen, Standbilder, ...) anpassen kann, wodurch wiederum die Dateigröße unvorhersagbar wird.

Rate control reaction period: Dieser Parameter sagt aus, wie schnell der Codec bei Schnitten reagiert. Große Werte veranlassen den Codec seine Arbeit schnell an neue Szenen (nach dem Schnitt) anzupassen. Sie verschlechtern allerdings die Qualität bei Szenen mit wenig Bewegung. Lass diesen Parameter auf 10 (Standard). RCR beeinflusst die Geschwindigkeit mit der die Quantizer verändert werden, wenn sich die Komplexität der Frames verändert. Große Werte werden die Quantizer-Kurve glätten; das gleiche passiert auch mit der Qualitäts-Kurve.

Rate control up/down reaction: Das ist die Bewegungserkennungsempfindlichkeit, ungefähr wie in Nandub. Je niedriger dieser Wert ist, desto empfindlicher reagiert der Codec auf die "Actionhaltigkeit" (schöne Wortschöpfung - Anm. d. Übersetzers) des Films. Falls du diesen Wert zu niedrig ansetzt, wird der Codec dauernd viele Bits verwenden, da er dauernd vermeintliche Schnitte feststellt. Das führt dann zu einer größeren Datei als erwartet. Die Standardeinstellung von 20 funktioniert sehr gut. Große Werte können auch die Enkodierungsgeschwindigkeit negativ beeinflussen. Dieser Parameter tritt in Aktion, wenn Szenen mit viel Bewegung das Bitrate-Control-Modul veranlassen die Qualität der Frames zu verschlechtern (= Erhöhung der Quantizer) und vermindert weitere Qualitätsverschlechterung. Wenn sehr hohe Werte verwendet werden, könnte die Situation eintreten, dass der Codec nicht mehr über oder unter den Mittelwert der beiden Werte geht.

Performance/quality: Geschwindigkeit / Qualität. Dieser Schalter legt fest, wieviel Zeit der Codec für die Kompression eines jeden Frames verwendet. Je mehr Zeit der Codec hat, desto besser ist die Qualität. Ich schlage vor, dass du die Einstellung immer auf slowest (am langsamsten) lässt, da so die beste Qualität erreicht wird. Falls du den Codec für Echtzeitaufnahmen (Capturing) verwendest, solltest du die Einstellung auf fastest (am schnellsten) stellen. Dieser Parameter gibt die Bewegungssuchgenauigkeit an. Wenn du ihn auf fastest stellst, wird die Bewegungssuche komplett abgeschaltet, was DivX5 dem MJPEG äquivalent macht, plus zusätzlicher Inter-Frame-Kontrolle). Je höher die Geschwindigkeit, desto schlechter die Qualität (bei der gleichen Bitrate). Die fastest-Einstellung schaltet auch die Schnitt-Erkennung aus.

Data Partitioning (Zerteilung des Datenstroms in Pakete) ist ein neues Feature, das für Online-Übertragung / Streaming gedacht ist, bei dem Fehler auftreten können. Aber für unsere Zwecke ist es nutzlos, also lass es deaktiviert.

Schließlich ermöglicht der MP4 creator MPEG-4 MP4 Dateien zu erzeugen. Im Moment gibt es keine Möglichkeit diesen Dateien Ton hinzuzufügen, also ist das Feature nicht sehr hilfreich, aber wie gesagt: bald wird es auf dieser Seite ein Programm geben, das das Hinzufügen von Ton ermöglicht.

Klicke auf OK um die Konfiguration abzuschließen, wenn alles eingestellt ist. Drücke dann F7, wähle einen Dateinamen und setze einen Haken im "Add operation to job list and defer processing"-Kästchen (wodurch die Umwandlung nicht sofort gestartet wird, sondern in die Job-Liste geschrieben wird).

Geh' wieder in die Codec-Konfiguration und ändere nichts außer dem "Variable bitrate mode": der wird jetzt auf 2-pass, second pass (zwei Durchgänge, zweiter Durchgang) gestellt. Drücke nun zwei mal OK und dann F7. Wähle einen anderen Namen und setze wieder einen Haken in besagtem Kästchen. Drücke nun F4 wodurch sich die Job-Liste öffnet.

Jetzt musst du nur noch auf Start klicken und los geht's.

Und jetzt wirst du dich vielleicht fragen, was es mit den CLI-Parametern auf sich hat, über die ich geschrieben habe. Es gibt eine Übersichtsseite, die Auskunft über jeden möglichen Parameter gibt.

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Last edited on: 06/29/2002 | German translation by: fileman | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource