Test 2: Der Soldat James Ryan

Dieser Film ist berüchtigt dafür, besonders schwer enkodierbar zu sein und entspricht daher genau meinen Anforderungen. Ich habe hier 3 Szenen ausgewählt: Die Strandlandung (Frames 9237 - 22281), eine ruhige Szene im Offiziersbüro (43790 - 45189), die viel Filmkörnung aufweist, sowie eine Nachtszene (Frames 94122 - 106098). Dies sollte genügen, um jeden Codec in Schwierigkeiten zu bringen. Sehen wir, ob ich Erfolg habe.

Leider musste ich XviD bei diesem Test disqualifizieren. Die Ergebnisse waren wirklich schrecklich. Überall Blöcke während der ersten Szene und die Nachtszene war nur halb so groß wie SBC und die Auswirkungen auf die Qualität waren verheerend. Da XviD im letzten Test viel besser aussah, entschied ich, den Codec aus diesem (letzten) Vergleich zu nehmen als einen extrem abwertenden Bericht zu schreiben. Selbst vor dem Bericht enkodierte ich meine Filme 3 Mal (ein Mal, weil ich alle Dateien gelöscht habe und entschied, den Vergleich zu verschieben, zwei Mal, als neue Builds herauskamen) und im Fall von SPR machte ich sogar noch einen Durchlauf mit "optimierten" Einstellungen und ich muss irgendwo die Grenze ziehen.

[update] Ich stand in Kontakt mit den XviD Entwicklern und sie haben mir ein paar Hinweise zu den Problemen gegeben, die im SPR Test aufgetaucht sind.

Ich glaube nicht, dass es viel zum Strand zu sagen gibt. Keine feste Kamera, Unterwasser-Aufnahmen, viele Trümmer und Verwirrung auf dem Bildschirm.

DivX5: Wenn man sich den Screenshot oder die Gesichter der Leute ganz zu Anfang der Szene ansieht, kann man ein bisschen weniger Details sehen, aber dies stellt sich als Vorteil heraus, sobald man unter Wasser geht. Die Ergebnisse unter Wasser scheinen sich auch ein wenig verbessert zu haben, obwohl es den zuvor schon sichtbaren Effekt der "sich lösenden Strukturen" auch hier gibt.

SBC: Mehr Details bedeuten auch mehr Blöcke. Dies ist eine Szene, in der mir ein wenig Glättung wirklich nichts ausmacht. Das war einfach ein Block-Fest und in meinen Augen ein wahrer Horror.

RV9: Bei weitem die beste Wiedergabe, die ich bisher von dieser Szene gesehen habe. Der Mangel an Details ist offensichtlich, genau wie der Mangel an Blöcken.

Ich denke, dass dies hinreichend demonstriert, dass alle Codecs bei Unterwasser-Szenen noch eine Menge Nachbesserungen benötigen. Wenn man ein wahres Block-Fest sehen möchte, schlage ich die Enkodierung von U571 vor; es kann kaum schlimmer als in den Szenen werden, in denen das U-Boot unter Beschuss des deutschen Zerstörers liegt. Aber zurück zu SPR. Zwischen dem oberen und dem unteren Screenshot gibt es auch eine Szene, in der die Kamera aus dem Wasser kommt und wieder eintaucht. Der Wechsel der umgebenden Umwelt wird in allen Codecs von einer riesigen Anzahl an Blöcken begleitet (fast der ganze Bildschirm ist voller Blöcke).

DivX5: Halb aus dem Wasser und jetzt müssen wir mit Blöcken auf der Wasseroberfläche kämpfen. All die Metall-Barrikaden sehen auch nicht gerade gut aus, da es viele unnötige Pixel um sie herum gibt. Der Detailmangel auf der Wasseroberfläche ist nicht wirklich bemerkbar, außer man vergleicht Frames miteinander.

SBC: Blöcke auf der Wasseroberfläche sind auch hier deutlich sichtbar. Die Barrikaden sehen zwar ein wenig besser aus, sind aber auch nicht wirklich detailliert. Man kann das auch an dem Gewehr erkennen, das aus dem Wasser heraussteht. Aber wenn man es mit den Screenshots oben und unten vergleicht, kann man sehen, dass dieses Problem auch bei anderen Codecs auftritt und dass SBC tatsächlich ein wenig besser damit umgeht.

RV9: Wie man sehen kann, enhält die Wasseroberfläche nicht so viele Details, aber auch keine Blöcke.

Wasser ist wirklich nicht das Element der MPEG-4 Codecs. Gehen wir an den Strand..

DivX5: Schnelle Kamerabewegungen, umherfliegende/r Leute und Sand ist auch keine Lieblingskombination der meisten Codecs. Zu beachten ist, dass sich das Bild wenige Frames später bei allen Codecs deutlich verbessert.

SBC: Wie vorher ist SBC ein wenig detaillierter. Man kann im Vergleich auch sehen, wie DivX5 noch immer mit klar umrissenen Kanten zu kämpfen hat.

VP9: Haben wir hier ein paar Blöcke bemerkt? Man wird beim Betrachten der Szene bei normaler Wiedergabegeschwindigkeit allerdings keine bemerken.

DivX5: Blöcke, die früher in derselben Szene bei älteren DivX5 Versionen sichtbar waren, sind nun verschwunden.

SBC: Das Gesicht ist detaillierter als in DivX5, doch der Hintergrund weist auch mehr Blöcke auf.

RV9: Bemerkst du, dass das Boot und der Himmel fast dieselbe Farbe haben? RV9 spart die Bits im Hintergrund und benutzt sie im Vordergrund.

Eine letzte Bemerkung, bevor wir weitermachen. Hintergründe wie Wasser, der Himmel oder die Hügel weisen normalerweise Blöcke auf, da es so viele Details im Bild gibt, dass einfach nicht genug Bits für den Hintergrund übrig sind. RV9 stellte dabei eine Ausnahme dar.. der Hintergrund war nicht so farbenfroh oder detailliert, sondern wirkte fast statisch, aber er macht einen sehr guten Gesamteindruck, da die der Kamera nahen Details gut aussehen und man sich nicht an Blöcken stören muss.

Fahren wir mit einer weniger dramatischen Szene fort:

DivX5: Wie bereits im ersten Test gezeigt, kann DivX5 Wände mit Filmkörnung recht gut umsetzen, doch es gibt einen leichten Mangel an Schärfe um die Ränder und Kanten von Objekten herum, besonders gut sichtbar am Kopf und an den Schultern.

Der Effekt, dass Texturen bzw Strukturen sich lösen, war auch bei den hölzernen Teilen der Mauer bemerkbar.

SBC: Die Leute sind in SBC ein wenig detaillierter, die Wände sehen aber andererseits schlechter aus, es gibt reichlich Blöcke und der Verschmieren-Effekt von Microsoft ist auch sichtbar.

RV9 zeigt die geringste Anzahl an Blöcken beim Hintergrund.

Gehen wir nun in die Nacht.

DivX5: Es ist so dunkel, dass man nicht einmal die Blöcke im dunklen Teil sieht, aber glaub mir, sie sind dort. Wenn man den unteren Teil des Gesichts und des Nackens mit dem anderen Screenshot vergleicht, bekommt man wieder einen ziemlich guten Eindruck des Detailgrades, den diese Codecs bieten.

SBC: Obwohl das Gesicht detaillierter aussieht, sah diese Szene ziemlich schrecklich aus.. überall waren Blöcke zu sehen und selbst als die Kamera auf das Papier zoomt, auf dem der Mann schreibt, kann man kaum etwas sehen.

RV9: Vergleiche es mit SBC und obwohl es dunkel ist, bemerkt man, dass RV9 den farblich einheitlicheren Hintergrund aufweist. Ich fand es bemerkenswert, wie RV9 den Hintergrund fast statisch und gutaussehend behielt und eine Menge Details bei Nahaufnahmen zeigte.

Es gab nur eine Sache, die ich nicht mochte: Manchmal neigten beträchtliche Teile des Hintergrunds zu einem leichten Flimmern.

DivX5: Es bezieht sich war nicht besonders auf diesen Screenshot, doch DivX5 hat die Tendenz, Keyframes deutlich zu "markieren", da man eine plötzliche Verbesserung der Bildqualität bemerken konnte, die viel mehr auffiel als das, was ich bei SBC bemerkte.

SBC: Dasselbe Keyframe-Problem wie bei DivX5 und ein Hauch mehr Details in den Gesichtern.

RV9

Und zu guter letzt haben wir unsere Gruppe Soldaten, die in die Nacht hinaus marschieren:

DivX5: Nicht so detailliert wie SBC, aber auch nicht so viele Blöcke.

SBC: Wie üblich, mehr Details = mehr Blöcke.

RV9 machte den besten Gesamteindruck in dieser Szene.

Wie man sehen kann, sind Nachtszenen auch nicht beliebt unter den Codecs. Tatsächlich ist das Gebotene noch immer sehr schön. Aber sobald diese Blitze erlischen, bekommt man ein wahres Block-Fest zu sehen... alle Soldaten werden über den Bildschirm verschmiert und man kann sie kaum noch sehen. Die einzige Ausnahme war RV9, welches außer dem gelegentlichen Flimmern eine ausgezeichnete Vorstellung bot.

Fazit:

Wie in früheren Tests gewinnt SBC in Punkto Details, bezahlt aber den Preis mit der Vielzahl von Blöcken, die im Film vorhanden sind. DivX5 ist ein wenig verschwommener und hat immer noch einige Probleme mit Kanten und Formen; seit dem letzten Test hat es einige Verbesserungen gegeben, wahrscheinlich dank der Psy Einstellungen. RV9 zeigte nicht ganz so viele Details, machte aber den besten Eindruck in diesem Test; das Bild sah einfach am gefälligsten aus. Der Kompromiss, dass nicht so viele Bits für den Hintergrund verwendet und dafür viele Details auf Kamera-nahen Objekten gezeigt werden, zahlt sich in dieser besonderen Szene wirklich aus. Obwohl die Unterschiede in der zweiten Szene nicht so deutlich sind, geben Szenen mit viel Bewegung und sehr dunkle Szenen RV9 den Vorzug.

Weiter zum abschließenden Fazit dieses Vergleichs.

This document was last updated on 08/09/02


Last edited on: 08/09/2002 | German translation by: Scipio | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource