Bitraten und Auflösungs Guide

Zuerst: ES GIBT KEINE IDEALE BITRATE ODER AUFLÖSUNG! Diese Einstellungen sind abhängig davon, was Du bevorzugst - hohe Auflösung - gute Bildqualität - Grösse etc.

Zuerst das Grundsätzliche: Verwende nicht mehr nur alleine DivX3 für die Kodierung von Filmen. Erstens ist die Qualität nicht gut und zweitens ist die Voraussagbarkeit der Dateigrösse extrem schlecht, d.h. Du wirst fast nie die Dateigrösse erhalten, welche Du gerne hättest. Benutze ein gutes MM4(Mixed MPEG-4) Programm wie FairUse oder Nandub/GordianKnot und Du erhältst gute Ergebnisse und Dateigrössenvoraussagen. Im Fall von Nandub solltest Du zweimal codieren, das Resultat ist aber die zusätzliche Zeit allemal wert. Für DivX4/5 gilt grundsätzlich dasselbe obwohl hier die Qualität bereits im "1 pass mode" besser ist, "2 pass" ist trotzdem vorzuziehen.

Ein paar weitere Tatsachen: Unterschiedliche Filme komprimieren unterschiedlich. Nimm Matrix als Beispiel. Er komprimiert unglaublich gut und trotz seiner Länge sieht er gut aus auf nur einer CD. Es gibt aber Filme, welche nur 1h30' lang sind und trotzdem ziemlich schlecht aussehen wenn man die selben Parameter benutzt wie für den 1 CD Matrix "Rip". Dies ist der Grund, weshalb wir Werkzeuge haben wie den "compressability check" in GordianKnot, welcher uns hilft, die geeignete Auflösung zu selektieren für unseren Film.

Die Bitrate ist angegeben in bits/s, das heisst bits pro Sekunde. Um herauszufinden, wie viele bits ein einzelner Frame (Bild) hat, benötigen wir ein wenig einfache Mathematik: Wenn der Film läuft gibt es eine gewisse Anzahl Frames pro Sekunde, ausgedrückt in FPS. Für NTSC benutzt man meistens 23.976fps (frames per second) und für PAL (Europa) benutzten man 25fps. Weil PAL-Filme eine beschleunigte Version gegenüber dem Original ist (welche übrigens mit 24fps gefilmt werden), wird sie kürzer sein als sein NTSC-Gegenstück.
Also, sagen wir, wir haben eine Bitrate von X bits/s. Das heisst, wir haben X/23.976 bzw. X/25 bits pro Frame. Je mehr Frames pro Sekunde, je weniger bits pro Frame erhält man, wenn man die Bitrate nicht ändert und die Anzahl bits pro Frame bestimmt wesentlich die Qualität. Überdies hat ein Frame eine Anzahl Bildpunkte, die Höhe mal die Breite eines Frames, und je höher die Auflösung, je höher die Anzahl der Bildpunkte. So, wenn wir an der gegebenen Bitrate festhalten, wenn wir die Auflösung erhöhen bekommen wir weniger Bits pro Bildpunkt was wiederum schlechtere Qualität bedeutet. Wenn man also denkt, man könnte nun die Framerate reduzieren, liegt man falsch. Wenn man nun z.B. nur 20fps anstelle von 25fps kodiert, könnte man entweder den Film verlangsamen, indem man nur 20 Bilder (Frames) pro Sekunde anstelle von 25 Bilder pro Sekunde spielt, aber dann würde der Film nur länger, und man hätte man eine Änderung im "Pitch" des Audio-Track (man müsste den "Pitch" manuell mit Hilfe eines Wave-Editors ändern, aber durch den gesenkten Pitch würde alles andere auch "tiefer"). Die andere Möglichkeit wäre das weglassen einer bestimmten Anzahl Frames. Dies könnte natürlich gemacht werden und man hätte tatsächlich mehr Bits pro Sekunde, aber welche Frames soll man weglassen? Ausser man dezimiert die Framerate um zwei, man würde die fehlenden Frames definitiv bemerken, das Video würde plötzlich "springen" und das ist nicht wünschenswert. Also, bleib bei der gegebenen Framerate, immer!

Hier sind einige allgemeine Berechnungsregeln: Zuerst lass uns einen Blick auf den "output resizer" in mpeg2avi oder die benötigten Werte in FlaskMpeg werfen wenn wir uns entscheiden, die schwarzen Balken nicht abzuschneiden - zur Erinnerung: SEHR SCHLECHTE IDEE!:

16:9 Filme: Wähle eine horizontale Auflösung für das Ausgangs-Video, zum Beispiel 640. Dann berechne den "Y downsizer" wie folgt: 640*9/16=360. Wenn es nicht ein mehrfaches von 8 ist, runde es zur nächsten Ganzzahl - dies ergibt einen kleinen Fehler aber nicht zu tragisch.

4:3 Filme: Wähle eine horizontale Auflösung für das Ausgangs-Video, zum Beispiel 512. Dann berechne den "Y downsizer" wie oben beschrieben aber beachte das Bildverhältnis des Video; das ist: 512*3/4=384.

Oder den technischen Weg: mod8(runde(gewünshte_horizontale_auflösung/Bildverhältnis_der_Quelle))=0. Für FlaskMpeg kann man einfach Grössen verwenden, welche ein mehrfaches von 16 sind, als mod16(..)=0. Bitte beachte dass "optimiert für 16:9 TV's", "optimiert für Breitbild TV's", "anamorphic widescreen" und ähnliches heisst 16:9; "Vollbild", "1:1,33", "pan&scan" oder Standard Ausgabe heisst 4:3 und so auch "letterboxed widescreen". Wenn Du unsicher bist, kannst Du dies mit dem Amazon DVD Titel Katalog überprüfen, dort sind normalerweise Bildverhältnis als auch das Format angegeben.

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Gehen wir nun das Schneiden (cropping) an:

1:2.35 Filme: Angenommen das man eine horizontale Ausgangsgrösse von 640 will berechnet man die Endgrösse des Videos wie folgt: 640/2.35=272.34. Runde das zum nächsten mehrfachen von 8 (16 für FlaskMpeg), dies wird 640x272 ergeben.

1:1.85 Filme: Lass uns eine horizontale Ausgangsgrösse von 512 nehmen. Das macht eine vertikale Grösse von 512/1.85=276.75 oder gerundet 512x272.

Oder nochmals die Formel: mod8(runde(gewünschte_horizontale_auflösung/Bildverhältnis_der_Quelle))=0. Wiederum für FlaskMpeg diese Regel sollte ersetzt werden mit mod16(..)=0.

Bitte beachte den Unterschied zwischen Bildverhältnis (aspect ratio) des Films und des TV Formats.

Es existieren eine Menge Profile für die mpeg2avi Graphische Benutzeroberfläche (GUI), welche man benutzen kann. Wenn Du ein PAL Quelle hast, wähle einfach PAL anstelle der voreingestellten NTSC Einstellung - die Kästchen rechts vom DVD Video Logo.

Vorgeschlagene Auflösungen: (diese folgen der x16 Regel für optimale Kompatibilität)

1:2.35 Filme: 720x304, 640x272, 576x240, 512x224, 480x208, 400x176

1:1.85 Filme: 720x384, 640x352, 576x304, 512x272, 480x256, 400x224

1:1.33 Filme: 720x544, 640x480, 576x432, 512x384, 480x368, 400x304

 

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Last edited on: 01/10/2003 | German translation by: dvdcopy | Content by Doom9.net - The definitive DVD backup resource